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Denkmal des Monats

April 2020: Luisium, Dessau-Waldersee

Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 bis 1817) ließ in den Jahren 1774 bis 1778 durch seinen Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736 bis 1800) auf einer Anhöhe im Schnittpunkt eines barocken Wegesterns ein kleines Landhaus für seine Gemahlin Luise (1750 bis 1811) errichten. Das Luisium, bestehend aus Landhaus und dem umgebenden romantisch-sentimentalen Landschaftspark, erhielt seinen Namen nach der Fürstin (Abb. 1).

Den Kernbereich des Luisiums begrenzen harmonisch in die Parkgestaltung eingefügte Hochwasserschutzdeiche. Er bildet gemeinsam mit der Jonitzer Hutung, dem Gestüt auf der großen Koppel, dem Tiergarten und den charakteristischen Solitäreichen eine gestalterische Einheit. 1753 kaufte Fürst Dietrich (1702 bis 1769) als Vormund des Erbprinzen Leopold III. Friedrich Franz das Gelände. Dort befanden sich seit 1728 ein Obstgarten und ein sogenannter Vogelherd. Der Baumeister Christian Friedrich Damm errichtete zunächst 1754 für den späteren Fürsten Franz ein kleines Sommerhaus.

Hinzu kamen ein regelmäßig gestalteter Garten mit Kegelbahn, Grotte und Pavillon. Die Dessauer Residenz und den Hauptzugang zum Sommerhaus verband eine um 1760 gepflanzte, an der Jonitzer Mühle vorbeiführende Allee. Dieses bereits vorgestaltete Refugium schenkte Fürst Franz seiner Gemahlin Luise. Zwischen 1774 und 1816 entstanden die verschiedenen Bauwerke und nach Anleitung von Johann Friedrich Eyserbeck (1734 bis 1818) die gärtnerischen Gestaltungen. Charakteristisch für das Luisium ist der vom Schloss ausgehende, sich weit in die Landschaft hinein erstreckende Sichtenfächer. Dendrologisch wertvolle Gehölze unterstreichen die architektonisch und gartenkünstlerisch inszenierten Landschaftsbilder des Luisiums.

 

Text: Heike Tenzer
Redaktion: Sabine Meinel, Uwe Steinecke
Online-Redaktion: Anja Lochner-Rechta

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