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Denkmal des Monats

März 2020: Kurpark Bad Schmiedeberg

1878 gründete der Schmiedeberger Gewerbeverein eine städtische Moorbadeanstalt zur Nutzung des heilkräftigen Eisenmoors in der Umgebung. Seitdem entwickelte sich die einstige Ackerbürger- und Garnisonsstadt in der Dübener Heide zum überregional bedeutsamen Kurort. Für die Aufnahme einer wachsenden Zahl von Badegästen gab es neben dem kommunalen Logierhaus bald mehrere private Villen. 1891 wurde die Badehalle vergrößert, 1898 eröffnete das »Kaiserbad«. Parallel dazu entstand ein durch den Stadtgärtner Krüger unter Einbeziehung des ehemaligen Sandmühlenteichs angelegter Promenadengarten. Der Wittenberger Offizier Friedrich Carl Timotheus (Fritz) Eunike entwickelte diesen ab 1885 zu einem Landschaftspark. Dieser wurde in mehreren Phasen (1908 bis 1914, 1928 bis 1931) erweitert bzw. 1970/71 in Teilbereichen überformt. Den circa 8,5 Hektar großen Landschaftspark gliedert eine markante  Längsachse, tangiert von zahlreichen Schlängelwegen. Bemerkenswert ist der historische, dendrologisch wertvolle Rhododendronbestand des Parks (Abb. 1).

Als städtischer Repräsentationsbau wurde 1905 bis 1908 nach Plänen des Leipziger Architekten Ernst Arthur Hänsch das Kurhaus errichtet – ein malerisch gruppierter Gebäudekomplex in Formen der spätesten Neorenaissance, der seitdem das Bild des Kurbades prägt. Ein regelmäßig bespielter Theatersaal, Restaurant- und Gesellschaftsräume mit prachtvollem Jugendstildekor boten dem Publikum die für das Fin de siècle charakteristische festliche Atmosphäre.
Eine umfassende Sanierung des Parks erfolgte 2007. Hinzugefügt wurden wertvolle neue Gartenszenen, beispielsweise ein Magnolienhain, eine Moor- und Kräuterachse sowie ein Rosengarten (Abb. 2).

 

Text: Heike Tenzer, Mario Titze
Redaktion: Sabine Meinel, Uwe Steinecke
Online-Redaktion: Anja Lochner-Rechta

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