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Fund des Monats

September: 20 Jahre »Fund des Monats« - eine Rückschau

Seit 20 Jahren gibt die Kategorie »Fund des Monats«, oder auch liebevoll »FuMo« genannt, auf der Homepage des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt bereits. Wie ein bunter Blumenstrauß archäologischer Themen breiten sich die letzten zwei Jahrzehnte vor dem interessierten Leser und der interessierten Leserin aus. Der erste Fund des Monats erschien im März 2001 und trug den Titel »Eine römische Glasperle«. Zahlreiche Funde aus nahezu allen in Sachsen-Anhalt vorkommenden archäologischen Kulturen wurden vorgestellt. Die bislang vorliegenden 240 Beiträge decken die komplette zeitliche Bandbreite von 300 000 Jahren Menschheitsgeschichte ab. Ob ein Faustkeil aus Westeregeln (FuMo November 2002) (Abb. 1), ein Reiter im Miniaturformat aus Magdeburg (FuMo November 2005) (Abb. 2), die mittelalterliche Würfelproduktion in Halle (Saale) (FuMo Juni 2007), Mahlsteine aus dem Ringheiligtum von Pömmelte (FuMo Juni 2016) (Abb. 3) oder die Urnenbestattung eines germanischen Kriegers aus Allstedt (FuMo November 2016) (Abb. 4) – es gibt keine Zeitstufe, die nicht mindestens einmal Gegenstand eines Beitrags ist.
Gleichzeitig finden sich FuMos in (fast) allen Landkreisen Sachsen-Anhalts.
Manchmal waren die vorgestellten Objekte mikroskopisch klein, wie beim Fund des Monats August 2016 »Die Phytolithe aus dem frühbronzezeitlichen Hortfund Domsen, Burgenlandkreis« (Abb. 5) und manchmal behandelte der FuMo das große Ganze, wie zum Beispiel im Juli 2012 »Der sächsische Königshof (curtis regia) in Calbe (Saale)«.

Manche Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die letzten 20 Jahre. Dazu gehören unter anderem die sogenannten »Schuh-FuMos«. Ob barocke Schuhreste aus einer zufällig gefundenen Schuttgrube im Lutherhaus in Wittenberg (FuMo September 2016), bemalte Kinderstiefel aus Magdeburg (FuMo September 2013) (Abb. 6), ein mittelalterlicher Schnabelschuh, der bei Grabungen auf dem Zerbster Markt gefunden wurde, oder mittelalterliche Schuhe aus Halle (FuMo Juni 2014), jeder dieser Beiträge gewährt einen kurzen und doch beeindruckenden Blick in die Geschichte dieses noch heute benutzten Alltagsgegenstandes.

Weiterhin gibt es »Fund des Monats«-Kategorien, die nicht wegzudenken sind. Dazu zählen die Chemie-FuMos genauso wie die April- und Weihnachts-FuMos.
Beispielhaft sollen die folgenden Fund des Monats angeführt werden: »Auf den Spuren Otto von Guerickes (FuMo April 2012)« (Abb. 7), »Der Gürtel des Alchimisten. Eine seltene thüringerzeitliche Scheibenfibel mit Selenrubinglas-Einlage aus Elbeu (FuMo April 2011)«, »Chemiearchäologie oder Ausgrabungen im Reagenzglas: Perkins Mauvein und die Revolution der Chemieindustrie auf der Spur (FuMo Dezember 2016)«, »Ein archäologischer Weihnachtsgruß vom Petersberg. Soviel Archäologie steckt in modernen Fundstücken (FuMo Dezember 2015)« (Abb. 8) und »Der Sonnengott Sol in Sachsen-Anhalt. Was uns römische Fundmünzen über den Ursprung von Weihnachten verraten (FuMo Dezember 2019)«.

Funde des Monats in der Dauerausstellung

In manchen FuMos wird sich mit Objekten befasst, die heute einen festen Platz einer der Vitrinen der Dauerausstellung des Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale).  An dieser Stelle sei auf die Neurestaurierung des Bronzekessels aus Schkopau verwiesen (FuMo August 2014) (Abb. 9). Dieser wurde bereits 1974 aufgefunden und kann, nach seiner Neurestaurierung, im Abschnitt »Die Erfindung der Germanen. Frühe römische Kaiserzeit« der Dauerausstellung bewundert werden. Im gleichen Raum finden sich auch die Beigaben einer germanischen Häuptlingsfrau. Diese stand bereits im Oktober 2013 im Mittelpunkt eines Fund des Monats.
Ebenso kann an dieser Stelle die Kultfigur eines germanischen Gottes aus Sömmerda, Ortsteil Orlishausen, angeführt werden. Diese wurde im September 2019 in einem Fund des Monats vorgestellt und kann ebenso seit September 2019 im Abschnitt »Barbarenmacht. Spätantike und Völkerwanderungszeit« der Dauerausstellung des Landesmuseums bestaunt werden.

Fund des Monats in Sonderausstellungen

Manche Funde, die im Fund des Monats vorgestellt wurden, fanden sich später auch in Sonderausstellungen des Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) wieder oder ihnen wurden ganze Ausstellungen gewidmet. Allen voran muss der »Ring von Paußnitz« erwähnt werden. Bereits im Februar 2002 war er Inhalt eines FuMos und knapp 18 Jahre später stellte er den Fixpunkt für die Sonderausstellung »Ringe der Macht« des Landesmuseum für Vorgeschichte dar.
Auch der Fund des Monats vom April 2014 war Inhalt der kleinen Sonderausstellung »›Heavy Metal‹. Bewegliche Lettern für bewegende Töne«. In dieser wurden vom 21. März bis zum 21. September 2014 erstmal die auf dem Areal des ehemaligen Franziskanerklosters in der Lutherstadt Wittenberg gefundenen Bleilettern der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein Fund des Monats schaffte es sogar zweimal in eine Sonder- beziehungsweise Landesausstellung – der schnurkeramische Krieger aus Wennungen (FuMo August 2015) (Abb. 10). Zum einen war er in der Sonderausstellung »Krieg. Eine archäologische Spurensuche« (6. November 2015 bis 22. Mai 2016) und zum anderen ist er in der derzeit laufenden Sonderausstellung »Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra. Neue Horizonte« (4. Juni 2021 bis 9. Januar 2022) zu sehen.

In der Kategorie »Fund des Monats« werden sehr oft aktuelle Forschungsthemen und –grabungen besprochen und vorgestellt. Allerdings befassen sich auch einige mit alten Funden oder Forschungsfragen. Beispielhaft können hier die folgenden FuMos angeführt werden: »Aus eins mach zwei. Ein Blick ins Archiv führt zu Neubewertung eines jungsteinzeitlichen Grabenwerkes aus Rössen, Saalekreis« (FuMo Juni 2018) (Abb. 11) und »So viel Pech … Neolithisches Birkenpech aus der Dölauer Heide bei Halle (Saale)« (FuMo Januar 2014) (Abb. 12).

Geballtes archäologisches Wissen auf wenigen Seiten, das ist die Kategorie »Fund des Monats« des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Eins ist auch in den nächsten Jahren sicher, die Kategorie »Fund des Monats« bleibt spannend, abwechslungsreich und immer eine Lesung wert.

Auf die nächsten 240 FuMos!


Text: Anja Lochner-Rechta
Online-Redaktion: Anja Lochner-Rechta

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